Mit Bernadette das Vater unser beten


Pater Horacio Brito, Missionar der Unbefleckten Empfängnis und Rektor der Wallfahrtsstätte Lourdes, versammelte seine Hauptmitarbeiter zu einem großen Treffen am 21. Mai 2010, um gemeinsam über das Seelsorgethema nachzudenken, das den - Pilgern 2011 vorgeschlagen wird.


Es soll darum gehen, mit Bernadette das Vater unser, das Gebet Christi zu beten. „Lourdes vermittelt auf charismatische Weise die Übersichtlichkeit des „Vater unser" - Gebets' betonte der Rektor und legte den Akzent besonders auf die Kindesliebe, die Bernadette mit Maria verband, die ihr beibrachte, „als Tochter des Vaters" zu leben. Der Rektor schlägt vor, die sieben Bitten des „Vater unser" in vier Gruppen zusammenzufassen, was erlaubt, das Seelsorgethema entsprechend der vier Tage einzuteilen, die eine Wallfahrt durchschnittlich dauert.


Als Erstes: „Geheiligt werde dein Name, dein Reich komme." Dieser erste Tag ist die Zeit, um sich auf das einzig Notwendige einzulassen, indem wir Gott den ganzen Platz in unserem Herzen einräumen. „In Lourdes wird das Reich Gottes insbesondere durch die Gottesdienste sichtbar, während derer wir den Namen des Herrn heiligen", betont Pater Brito. Bernadette ist Gott und zugleich den anderen zugewandt: Das Reich Gottes wird in diesen beiden Dimensionen der Beziehung offenbar.


Dann können die Pilger am zweiten Tag die Bitte bezüglich des Willens Gottes vertiefen: „Dein Wille geschehe." Die Gesten der Nächstenliebe, der wahren Liebe, lassen dieses Wort Wirklichkeit werden, insbesondere in jener Beziehung des Dienstes an den kranken Menschen, in dem Lächeln, das ausgetauscht wird, in unserer Fähigkeit zu empfangen und nicht nur zu geben. „Die Wallfahrtsstätte Lourdes ist die Frucht des Willens des Vaters, und wir sind diesem Willen treu, wenn wir unsere Schwestern und Brüder lieben, und indem wir uns auch lieben lassen. Das ist nicht einfach, weil die Demut ein schwieriger Weg ist. Sie ist jedoch der vollkommene Weg", sagte der Rektor kurz zusammengefasst.


Dritte Etappe: „Unser tägliches Brot gib uns heute." Die Stunde kommt, in der wir eine andere Weise erfahren, in Beziehung zu sein: „In der Gemeinschaft" mit Gott selbst, der uns einen Horizont der Ewigkeit schenkt, in dem es nur den gegenwärtigen, von Liebe erfüllten Augenblick gibt. Das „Vater unser" lädt uns nämlich ein, „den gegenwärtigen Augenblick" zu leben, indem wir uns von uns selbst lösen und unser Vertrauen auf Den setzen, der sagt „Ich bin", und in dem wir unsere wahre Identität als Söhne und Töchter finden. Das Wort Gottes, das bei der Taufe Christi im Jordan ertönt: „Dies ist mein geliebter Sohn" betrifft nunmehr jeden von uns. Lernen wir sagen: „Ich bin der Sohn/die Tochter des Vaters", wie auch Bernadette entdeckt hat, dass sie die „Tochter des Vaters" ist Diese „kindgemäße Abhängigkeit" verlangt, dass wir die Dinge loslassen und akzeptieren, dass wir nicht mehr alles beherrschen, und dass wir uns freuen wie die Kinder, dieser ganz Kleinen, von denen das Evangelium spricht und denen das Reich Gottes gehört.


Letzter Tag: „Vergib uns unsere Schuld. Führe uns nicht inVersuchung. Erlöse uns von dem Bösen." Hier gelangen wir zum Kern der Botschaft von Lourdes, die das Evangelium aktuell macht. „Beten Sie für die Sünder", sagte Maria mehrmals zu Bernadette. Lourdes eröffnet uns dank des sakramentalen Lebens in der Wallfahrtsstätte Unserer Lieben Frau einen neuen Anfang. Wo die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergroß geworden", schrieb der Apostel Paulus an die Römer: Mögen alle Pilger im Jahr 2011 diese geistliche Wirklichkeit von innen heraus leben. Gott liebt uns unermesslich."
 

Aus Lourdes-Magazine Nr. 176 Juli-August 2010

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